Fremdeinkreuzungen und ihre Folgen

PKD und Taubheit



Vor Jahren wurde das Thema PKD (erblich bedingte Nierenerkrankung) in der Thaizucht als hypothetisch abgetan, jedoch weiß man heute das PKD bei jeder Katzenrasse auftreten kann, wobei es sich bei einigen Rassen wie z.B. Perser, BKH, EKH, Exotic Kurzhaar oder auch Hl.Birma des öfteren zeigt. Bei den Orientalen wie z.B. Siam, Thai oder Orientalisch Kurzhaar war diese Erkrankung weitestgehend unbekannt, bis zu dem Zeitpunkt, da einige Leute meinten in diese Rassen andere Fremdrassen mit einkreuzen zu müssen bzw. auf stammbaumlose Tiere mit ungewisser Herkunft zurückgriffen. Hier kann man von einem hausgemachten Problem sprechen und deshalb ist es auch so wichtig, Fremdeinkreuzungen abzulehnen. Aber leider ist auch das keine 100% Garantie.

Bei der Taubheit verhält es sich ähnlich. Es war lange bekannt, dass bei weißen Kitten das Syndrom von “Waardenburg" auftreten konnte. Dieses Syndrom entsteht durch eine Störung in der Entwicklung des Nervensystems beim Embryo unter Einfluss des Gen "W". Dieses Gen "W" verursacht die dominante Farbe "Weiß". Das Syndrom ist unregelmäßig dominant und es kann zu folgenden Gehörstörungen kommen:

Weiße Katzen mit blauen Augen, die taub sind.
Weiße Katzen mit blauen Augen, die normal hörend sind.
Weiße Katzen ohne blaue Augen, die taub sind.
Weiße Katzen ohne blaue Augen, die hörend sind.
Weiße Katzen mit verschiedenfarbigen Augen, die taub sind.
Weiße Katzen mit verschiedenfarbigen Augen, die hörend sind.
Sowie Katzen die einseitig taub sind.

Erbliche bedingte Taubheit ist bei Siamesen bisher unbekannt, da die Blauäugigkeit auf das Gen cscs zurück zu führen ist und die Siamkatze, als Teilalbino Katze, das Gen “W” nicht trägt.

Jedoch kommen zwei Gruppen blauer Augen vor:

Das Weiß-Blaue Auge, sowie es vorkommt bei der total weißen Katze (mit dem Gen "W" ) ohne Tapetum Lucidum.

Das Siam blaue Auge mit Tapetum Lucidum, auch das ,,Turner'' blaue Auge genannt.

Obwohl beide Augen der Foreign White gleichmäßig blau aussehen können, kann die Foreign White auch odd-eyed sein. Das eine Auge kann "Turner" blau sein (mit Tapetum Lucidum) und das andere Auge Weiß Blau (ohne Tapetum Lucidum). Mit bloßem Auge ist das nicht zu sehen, nur mit dem Augenspiegel (Ophthalmoskop). Wenn man spiegelt, spiegelt das Tapetum Lucidum mit einer grün-gelben Farbe zurück. Wenn das Tapetum Lucidum fehlt, sieht man nur einen roten Schein.

Aus der Kombination einer Siam, die an beiden Augen das Tapetum Lucidum hat, und einer Foreign White mit an nur einem Auge das Tapetum Lucidum, können Kitten geboren werden, die auf keinem Auge das Tapetum Lucidum haben. Daher ist es sinnvoll seine Stammbäume über die vierte Generation hinaus zu kennen und auch die siamesischen Nachkommen einer Foreign White mit dem Ophthalmoskop zu spiegeln.

Ein sensibler Umgang mit dem Thema ist also nach wie vor notwendig.


INFOBLATT PKD-Polycystic Kidney Disease

(zusammengestellt aus diversen Internet-Quellen)

Wichtige Hinweise zum Thema PKD-Polycystic Kidney Disease, erblich bedingte Nierenerkrankung bei Perserkatzen und Mischrassen (z.B. BKH, EKH, und Exotic), für alle Züchter. PKD wird voraussichtlich ab Januar zu den Qualzuchten gehören und somit auch bei Bekanntwerden strafrechtlich verfolgt. Demnächst werden zu diesem Gesetz noch verschiedene Nachträge in Kraft treten.
PKD ist nicht ansteckend oder außerhalb der Fortpflanzung übertragbar. PKD kann nur vererbt werden und zwar nur autosomal dominant.
PKD ist unheilbar. Ein Tier bei dem PKD festgestellt wurde kann aber, je nachdem wie stark es erkrankt ist, ein hohes Alter erreichen. Tiere die an PKD erkrankt sind sollten sofort aus der Zucht genommen werden und, um Nachwuchs zu verhindern, kastriert werden.
PKD kann ab dem 10. Monat mit einer Sicherheit von ca. 98% diagnostiziert werden. Fragen Sie ihren Verein, wie man gegen die PKD vorgehen will. Lassen Sie auf jeden Fall ihre Katzen untersuchen und eindeutig kennzeichnen. Ihr Verein kann Ihnen auch bei der Suche nach einem entsprechend qualifizierten Arzt helfen.

 

PKD-Polycystic Kidney Disease erblich bedingte Nierenerkrankung bei Perserkatzen und anderen Katzenrassen

 

David S.Biller, DVM, DACVR Associate Professor and Head of Radiology, Department of Clinical Sciences College of Veterinary Medicine, Kansas State University.

Polycystic Kidney Disease ist eine vererbbare Nierenkrankheit die bei Perserkatzen entdeckt wurde. Über die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) wurde vereinzelt seit 1967 in der Literatur berichtet, aber richtige Studien zu dieser Nierenerkrankung begannen erst 1990. Eine betroffene 6 Jahre alte weibliche Perserkatze wurde mit vergrößerten Nieren und Symptomen von Nierenversagen an die Staatl. Universitätshochschule Ohio überwiesen. Die Diagnose lautete letztendlich PKD. Mit den Nachkommen dieser Katze wurde eine Kolonie gegründet und die Forschung über den Krankheitsverlauf konnte beginnen.

 

Was bewirkt diese Krankheit bei Katzen?


PKD ist eine Krankheit die im fortgeschrittenen Alter sichtbar wird. Zwischen dem 3. und 10. Lebensjahr treten  vergrößerte Nieren und Nierenfunktionsstörungen auf. (Durchschnittsalter 7 Jahre). Dieser Zustand ist erblich bedingt und die Zysten sind von Geburt an vorhanden,  sind aber bei jüngeren Tieren kleiner. Die Größe der Zysten kann zwischen 1 mm und mehr als 1 cm variieren. Ältere Katzen haben zahlreichere und größere Zysten. Probleme entstehen wenn diese Zysten anfangen zu wachsen, zunehmend die Nieren vergrößern und dadurch die Nierenfunktion beeinträchtigt und reduziert wird. Das Ende bedeutet Nierenversagen. Einige der klinischen Anzeichen sind Depressionen, fehlender oder reduzierter Appetit, übermäßiger Durst, übermäßige Urin Abgabe und Gewichtsverlust. Ein auffallender Unterschied , wann und wie schnell die einzelnen Katzen erliegen, besteht darin wie schnell die Krankheit bei den einzelnen Tieren fortschreitet. Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich die Krankheit spät im Leben der Katze entwickelt, so dass die Katze aus anderen Gründen stirbt bevor die Nieren versagen. Wie auch immer, wenn die Zysten anfangen zu wachsen und dadurch Probleme verursachen ist am Ende ein Nierenversagen sicher. Einige Zysten wurden auch in anderen Organen wie der Leber und der Gebärmutter gefunden.

 

 

normale Katzenniere

 

Niere einer 6 Wochen alten Katze mit PKD

 

Niere einer erwachsenen Katze im Endstadium

 

 

 

Wie ist PKD zu diagnostizieren?


PKD ist mit einem Ultraschallgerät sehr einfach zu diagnostizieren und somit kann man die Krankheit in einem sehr frühem Stadium erkennen. Dies erfordert lediglich das Abrasieren eines kleinen Streifens Haare am Unterleib und ein wenig Zeit zum Erkennen möglicher Zysten. Mit der richtigen Ausrüstung und einem erfahren Arzt/Personal kann dies schon im Alter von 8 Wochen erfolgen. Normalerweise ist es so: je älter die Katze, um so größer die Zysten, und um so einfacher sind diese zu entdecken. Wenn die Katze annähernd 10 Monate alt ist, sind Ultraschalldiagnosen bis zu 98% sicher.
Es sollte mit einem Ultraschallgerät von ca. 7,5 MHz und 256 Graustufen geschallt werden.
Erkundigen Sie sich vorher in Ihrer Tierklinik ob ein geeignetes Gerät vorhanden ist und ein Arzt, der sich mit Ultraschall und dem Krankheitsbild sehr gut auskennt.

Wie bekommt eine Katze PKD?


PKD ist keine ansteckende Krankheit. Dr. David Biller von der Staatl. Universität in Kansas hat kürzlich Studien fertiggestellt und die Ergebnisse veröffentlicht. Diese zeigen, daß PKD ein Autosomal Dominantes Erbmerkmal ist. Die veröffentlichten Resultate sind im "Journal of Heredity" 1996;87:1-5 zu finden. Ein kleiner Rückblick in die Genetik: ein "autosomal dominantes" Gen ist, wenn es sich zeigt, sobald es vorhanden ist - sogar wenn es nur von einem Elternteil vererbt wurde.

Wie ist die Behandlung für diese Krankheit?


Es gibt keine spezielle Behandlung bei dieser Krankheit. Die Behandlung ist ähnlich der Behandlungen von chronischem Nierenversagen aufgrund anderer Ursachen. Die Behandlung beinhaltet eingeschränkte Protein reduzierte Diät jedoch unter Verwendung eines biologisch hochwertigen Proteins), diätgemäße Phosphor-Beschränkung, immer verfügbares frisches Wasser, Gebrauch von Phosphatbindern und falls notwendig die Behandlung von Anämie. Es muss noch viel mehr Arbeit in die Polyzystische Nierenerkrankung der Katzen investiert werden, um die zugrundliegenden Ursachen zu verstehen und wirksame Behandlungsmethoden zu finden.

Wie bringt ein Züchter PKD aus seiner Zucht?


PKD ist das Ergebnis eines "autosomal dominanten" Gens, und es ist daher relativ einfach aufzuspüren und auszuschließen. Alle zur Zucht verwendeten Katzen sollten mit Ultraschall untersucht werden um vorhandene Nierenzysten zu erkennen. Es dauert nur einige Minuten mit keiner oder einer kleinen Narkose. Wenn ein positives Ergebnis vorliegt und es möglich ist, dann lassen Sie die Elterntiere testen. Der einfachste Weg diese Krankheit auszuschließen, ist die positiven Tiere zu kastrieren.
Reprinted with permission, Cat Fanciers'Almanac, Volume 14, Number 10, February 1998
(... ) Herr Dr. Biller hat jetzt bekanntgegeben, daß er zur Zeit mit den Studien von anderen Katzenrassen beginnt. Gewissenhafte Züchter sollten aber vielleicht auch schon jetzt Ihre Zuchttiere testen lassen.

Quelle: lnternet/PKD-Interessengemeinschaft
Anschi Höfler/Dream of Glory Persians und Ulrike Knüppel/Fairy-tale's Persians
Information Foreign White mit freundlicher Genehmigung von Frau Claudia Schellhammer, Autor Herr K.v.d.Wyk.






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